Willkommen zu Kufe 12
An die 150 Veranstaltungen werden in diesem Jahr in den baden-württembergischen Landkreisen Sigmaringen, Bodensee, Biberach und Konstanz stattfinden, wobei als Thema die gemeinsame Arbeit von Menschen mit Behinderung und sogenannten Nicht-Behinderten im Vordergrund steht.
Raus aus der behüteten und vertrauten Umgebung werden die Βetreuten kommen und das, was sie mit Profis zusammen erarbeitet haben, einer breiten Öffentlichkeit präsentieren. Ideengeber diese Festivals ist die Lautenbacher Blaskapelle der Dorfgemeinschaft bei Herdwangen-Schönach (Landkreis Sigmaringen), die ein Integrations-Festival planen wollte.
Rasch kam der Gedanke, dass solch ein Festival aus dem „anheimelnden“ – weil bekannten – Umfeld in ein „fremdes“ transponiert werden muss und dass als zweiter Grundgedanke die gemeinsame Arbeit von Menschen mit und ohne Handicap im Vordergrund stehen muss.
So wird der bekannte Flötist Jos Rinck gemeinsam mit der Blaskapelle einen Zyklus zum Thema „Feuer – Erde – Wasser – Luft“ erarbeiten und gemeinsam werden sie vier Mal auftreten. Die Auftrittsorte sind dem jeweiligen Thema angepasst: Wasserwerk in Sipplingen (Wasser),
Industriebetrieb (Feuer), Gewächshaus (Erde) und Zeppelin-Museum (Luft).
„Schatzsuche statt Fehlerfahndung“ - unter dieser Leitlinie steht das Projekt Kufe 12 – das 2012 zum ersten Mal stattfinden wird.
10 Millionen Menschen allein in der Bundesrepublik – nach der UN-Menschenrechtskonvention – gelten als behindert. Was aber heißt eigentlich Behinderung? Nach heutigen Kriterien könnte man Albert Einstein als Autisten bezeichen; daher sprechen wir von Menschen mit „besonderen Fähigkeiten“. „Schatzsuche statt Fehlerfahndung“ eben.
Die großartigen Fähigkeiten von Menschen, die einer Norm – von wem auch immer postuliert - nicht entsprechen, werden bei diesem Festival im Mittelpunkt stehen. Diese herausragenden Begabungen künstlerisch, musikalisch, im Schauspiel, auch literarisch oder im sportlichen Bereich herauszustellen und dies vor allem im direkten Zusammenhang mit Menschen, die keine offensichtliche Behinderung aufweisen, ist das Ziel dieses Festivals. So werden – wie oben bereits angedeutet – beispielsweise Profi-Musiker mit der Blaskapelle Lautenbach auftreten und dadurch eine neue Interaktion herstellen; aber auch in vielen anderen Bereichen gibt es hier Möglichkeiten.
Integration bedeutet aber nicht nur die Integration behinderter Menschen sondern auch das in den Mittelpunkt stellen verschiedenster Gruppierungen, die am Rande der Gesellschaft stehen. So werden Menschen mit den unterschiedlichsten (Blinde Musiker) oder das 1. Hartz 4 Orchester auftreten und aber auch die Selbstreflexion derer, die im sozialen arbeiten, werden in einer Auftragsproduktion zum Thema „Gutmenschen“ der beiden Kabarettisten Thomas C. Breuer und Jochen Malmsheimer beleuchtet werden.
Eine Ausstellung der Sammlung Prinzhorn aus Heidelberg wiederum stellt einen weiteren Aspekt dar, eine Realität darstellend, die der sogenannte gesunde Mensch als solche erst einmal nicht wahrnimmt.










